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Diese Wohnung ist seltsam. Finden wir.
Vielleicht hat aber auch diese Wohnung seltsame Bewohner. Findet wahrscheinlich das Talo-Team.

Kurz nachdem wir eingezogen waren, tropfte der Wasserhahn. Wir riefen das Talo-Team an. Der huoltomies kam, tauschte ein Teil aus, sagte, jetzt müsste es in Ordnung sein, wenn nicht, sollten wir nochmal anrufen. Und nein, es war nicht in Ordnung. Es hat nicht so übermässig doll getropft, aber ein Wasserglas kam über Nacht schon zusammen. Huoltomies kam ein zweites Mal, wechselte noch mehr Teile aus, nicht ohne mir vorher zu erklären, dass man in Finnland DAS noch lange nicht als Tropfen bezeichnen würde. (Vorsichtig stupste er den Wasserhahn nach oben, bis es konstant *bingbingbing* heraustropfte. DAS wäre ein tropfender Wasserhahn.)

Als wir lange, lange nachdem wir eingezogen waren endlich mal das Anbringen der Schlafzimmerlampe in Angriff nehmen wollten, griff der Ähämann zuerst zum Phasenprüfer, um sich klar zu werden, an welches Kabel er was anschliessen müsste. Der Phasenprüfer zeigte… NICHTS. Wir riefen das Talo-Team an. Der huoltomies kam, hielt seinen Phasenprüfer an das Kabelgewirr hinter dem Lampenhaken und beschied uns, es wäre doch alles in Ordnung. Aber wieso dann sein Phasenprüfer nichts anzeige, fragte der Ähämann. ”Vielleicht ist er kaputt?”, schlug der huoltomies vor. ”Na, nichts für ungut… ich geh’ dann mal wieder.” Peinlich berührt testeten wir des Ähämanns Phasenprüfer an der nächsten Steckdose, wo er selbstverständlich leuchtete. (Die Schlafzimmerlampe ist übrigens immer noch nicht angebracht, so dass der endgültige Beweis, wer denn nun Recht hatte, noch aussteht.)

Der Ähämann hat vor dem Computer eine Steckdose mit Schalter, die zwei Lämpchen hat, von denen eines anzeigt, ob die Erdung in Ordnung ist. Eines Samstags brannte dieses Lämpchen nicht. Wir riefen den Bereitschaftsdienst des Talo-Teams an, ob wir uns Sorgen machen müssten. ”Nö, das macht nichts. Aber ich schicke am Montag jemanden vorbei, der sich das mal anguckt.” Diesmal waren wir nicht da, als der huoltomies kam. Es hiess jedenfalls, es wäre alles in Ordnung, insbesondere mit der Erdung. Das Lämpchen brannte immer noch nicht. Eine Woche später brannte es wieder.

Und wir haben so eine Steckdose auf der Terrasse, über die ich mich ganz besonders gefreut habe, weil wir deswegen dieses Jahr endlich, endlich ein Weihnachtsbäumchen mit Lichterkette im Garten aufstellen können. Allerdings, diese Steckdose funktionierte nicht. Vielleicht muss die extra eingeschaltet werden, fiel uns ein. Wir suchten in der Nähe der Terrassentür – nichts. Wir suchten im Sicherungskasten – nichts. Wir gaben auf. Wir riefen das Talo-Team an. Zwei Tage lang warteten wir auf den huoltomies. (Kein Wunder. Ich käme auch nicht mehr zu uns.) Dann hatte der Ähämann eine Idee. Wir haben nämlich im Wohnzimmer drei Lichtschalter nebeneinander: einen grossen und zwei kleine. Wenn wir unsere Wohnzimmerlampe anschalten wollen, dann müssen wir nicht etwa den grossen Schalter betätigen, sondern den rechten kleinen. (Seeehr seltsam, fanden wir immer. Aber wir wunderten uns ja langsam schon über nichts mehr.) Gestern drückte mir der Ähämann sein Handyladegerät in die Hand, beorderte mich zur Terrassensteckdose - die selbstverständlich nicht funktionierte – betätigte den grossen (!) Schalter im Wohnzimmer, und – schwupps – Strom auf der Steckdose! (Nun wüsste ich nur noch gern, wozu der linke kleine Schalter gut ist.)

Um bei weiteren Defekten vielleicht doch nochmal auf den Besuch des huoltomies vertrauen zu können, riefen wir netterweise heute das Talo-Team an und sagten bescheid, dass wir den Fehler selbst gefunden hätten. Ich fürchte aber trotzdem, zu uns kommt niemand mehr. Aber vielleicht könnten sie uns mal eine Gebrauchsanweisung für diese Wohnung vorbeibringen.

Drei Winter haben wir ohne überstanden. Drei Winter lang waren wir müde. Drei Winter lang hat mir die Dunkelheit trotzdem nichts ausgemacht, während der Ähämann als erstes früh alle Lampen in der Wohnung anschaltete. Drei Winter lang haben wir über eine Tageslichtlampe nachgedacht, aber sie immer für zu teuer, zu hässlich und nicht unbedingt notwendig befunden.

Jetzt haben wir endlich eine. Weil der Ähämann schon immer mehr über die Dunkelheit geklagt hat als ich, bekam er dieses Jahr eine zum Geburtstag. Eine, die nicht zu teuer war, weil es sie bei den ”Hullut päivät” (den ”Verrückten Tagen”, an denen die ganze Stadt voller gelber Tragetaschen ist und das Stockmann-Kaufhaus an vorweihnachtliche Zustände in Deutschland erinnert) gab. Und eine, die uns auch vom Design her zusagte.

Das beworbene ”warme Gefühl von Sonne und Sommer” will sich zwar nicht so recht einstellen ;-) bei dem eher kalten Licht, aber zum Wachwerden ist sie ganz gut geeignet. :-)
(Vor allem bei der Ähäfrau, die sie neben der Spüle stehen hat beim nachfrühstücklichen Aufwaschen, wenn der Ähämann schon wieder in die dunkle Nacht draussen entschwinden musste…)

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