You are currently browsing the monthly archive for Oktober, 2006.
Das sehe ich gerade, wenn ich aus dem Fenster gucke:

Und als wir vorhin draussen waren, da hat man gar nichts mehr von den Spikereifen gehört, die zwei Tage klackernd über die Strassen gerollt sind, weil am Wochenende alle, aber auch wirklich alle Reifen gewechselt haben. (Wie man sieht, ist die Wettervorhersage durchaus verlässlich gewesen).
Und die Busse sind schon wieder an die Haltestellen herangerutscht.
Und die luftbereiften Kinderwagenräder haben so ein schönes leises „schschschschschschsch“ im frischen Schnee gemacht.
Ich freu’ mich so!
Heute vor einem Jahr sind wir umgezogen. Ich weiss noch genau, wie das war, die erste Nacht inmitten all des Krempels, nur das Bett war aufgebaut. Und dass ich gedacht habe, bestimmt werden wir hier eine schöne Zeit haben.
Ha, weil ich damals noch nichts wusste von den sieben Plagen, mit denen diese Wohnung geschlagen ist:
1) Wollmammuts
Wie ich vielleicht an anderer Stelle schon erwähnt habe, waren wir in unserer Jenaer Wohnung weitestgehend von Staub verschont. Das, was dann in unserer Wohnung im Studentendorf unter unseren Regalen hauste, konnte man dann auch schon nicht mehr guten Gewissens als Wollmäuse bezeichnen, das waren ausgewachsene Wollelefanten. Aber was jetzt mit uns die Wohnung teilt – und auch mit grösstem Aufwand nicht ausrottbar ist, sind die reinsten Wollmammuts.
(Ich hab’s ja auch immer schon gewusst - je weiter oben, desto besser. Das haben wir jetzt eben davon, zu ebener Erde zu wohnen.)
2) Ameisen
Als ich mit Anniina aus dem Krankenhaus kam, ging es los: da erwarteten uns beide zu Hause nicht nur unser Ähämann und Papa und das Meerschweinchen, sondern auch einige Ameisen. Innerhalb kürzester Zeit entstanden dicht belaufene Strassen durch unsere Küche und unser Bad, ganze Heerscharen von Ameisen taten sich an Brotkrümeln und Zuckerbröseln in unserer Küche gütlich. Nach einem Monat, in dem wir hofften, dass sich das Problem von allein lösen würde, wenn es draussen nur erst wärmer wäre, und wir uns weigerten, zu irgendeiner chemischen Keule zu greifen, war der Höhepunkt erreicht, als sich eine unvorsichtige Ameise im Lichtschalter der Arbeitslampe in der Küche zu Tode quetschen lassen hatte und daraufhin an der Stelle ca. 200 Artgenossen zur Beerdigung erschienen. Mit den daraufhin aufgestellten Ameisenfallen löste sich das Problem recht schnell.
3) Fruchtfliegen
Im Frühling Ameisen, im Herbst Fruchtfliegen. Diesmal warteten wir nicht mehr so lange, ehe wir Massnahmen ergriffen. Wir bringen ja nicht so gern Tiere um, selbst Spinnen und Tausendfüssler werden von uns lebend aus der Wohnung getragen, aber was zu viel ist, ist zu viel. Eigentlich wollte ich als Ökologin ja einer fleischfressenden Pflanze den blutigen Job überlassen, habe aber dann doch zur effektiveren Essig-Zucker-Spülmittel-Flasche gegriffen.
4) Die rasenmähende Nachbarschaft
Des Finnen Lieblingsbeschäftigung ist Rasenmähen. Ganz bestimmt. Im Sommer vergeht kein Tag, an dem nicht irgendeiner unserer Nachbarn Rasen mäht. Zwischendurch kommt noch einmal pro Woche das Talo-Team und mäht die öffentlichen Flächen. Besonders toll, wenn der Mäher vom Talo-Team das Gras in unserem Vorgarten für untragbar lang empfindet, es gleich mal mit mäht – und dabei auch die gerade aus dem Topf ins Freie gepflanzten Narzissen sowie die gerade ausgekeimten Sonnenblumen mit niedermetzelt. Auch schön: wenn im Grundstück über die Strasse jemand zum Sonntagnachmittag zwei Stunden lang mit der Motorsense seinen Rasen bearbeitet, weil es dort wohl keinen Gemeinschaftsrasenmäher gibt wie bei uns, während wir den Sonntagnachmittag auf unserem ungemähten Blumenrasen auf der Decke verbringen wollen. Noch schöner: wenn der Nachbar unbedingt meint, genau dann seinen 2 cm langen Rasen mähen zu müssen, wenn ich Anniina gerade zum Schlafen in den Garten geschoben habe.
(Ja, doch manchmal bin ich froh, dass der Sommer vorbei ist.)
5) Mopos
Auch Zwiebacksägen genannt. Wären nicht so schlimm, wenn ihre Besitzer sie tatsächlich zur Fortbewegung benutzen würden. Aber nein, besser ist noch, den ganzen Nachmittag und Abend, am Wochenende gern auch schon vormittags, unsere Strasse auf und ab zu fahren. Besonders schön, wenn man ein schlafendes Kind im Garten hat. Spazierengehen mit dem schlafenden Kind half auch nicht – man kann sich drauf verlassen, dass spätestens nach einer halben Stunde ein Mopo neben dem Kinderwagen auftaucht, woraufhin das Kind die Augen aufreisst, jämmerlich zu brüllen anfängt und natürlich nicht wieder einschlafen kann.
Sehr oft habe ich mir in diesem Sommer eine Lärmglocke für den Kinderwagen gewünscht. (Und sagte ich schon, dass ich froh bin, dass der Sommer vorbei ist?)
6) Birkensamen
Kommen gleich nach den Wollmammuts. Ähnlich schwierig zu bekämpfen, dafür nicht nur unter den Regalen, sondern überall.
Auf die siebente Plage warten wir übrigens noch. Das ist bestimmt irgendwas, was im Winter auftritt. Aber vielleicht werden wir auch verschont.

Familie F. war schwimmen.
Vorletzte Nacht gab’s zum ersten Mal Frost. Unglaublich, was so eine einzige Frostnacht ausmacht: alles, was vorher gelb und rot und bunt war, ist jetzt nur noch braun, grau und dunkelgelb. Die Bäume sind fast kahl. Es riecht nach nassen Herbstblättern auf Waldboden.
Es ist genau richtig, an dem Tag zu IKEA zu fahren. Was wir gekauft haben? Ganz viele Lampen! :-)
Das passiert einem auch nur in Finnland: bei Stockmann an der Kasse ausnahmsweise mal in bar zahlen, und das als Wechselgeld bekommen. Und nein, es braucht gar niemand fragen – die behalte ich! ;-)
Kriegen wir seit dem Babyschwimmen am Samstag nicht aus dem Kopf:
Ratti, ritti, ralla,
ajetaan formulalla.
Räikkönen istuu vasemalla,
minä istun penkin alla.
Ratti, ritti, ralla,
ajetaan formulalla.
Was es nicht für moderne und aktuelle Kinderlieder gibt… ;-)
Ratti, ritti, ralli…

…waren wir gestern. Ausführlich. Bevor es zu spät ist. ;-)

Denn Schlafen lernen war die Hauptaufgabe im letzten Monat. Das arme Kind hat es aber auch nicht leicht gehabt. Schlafen im Reisebettchen. Schlafen auf einem schwankenden Schiff. Schlafen in drei verschiedenen Schlafzimmern. Schlafen im Kinderwagen und nach 20 min von einem Martinshorn wieder aufgeweckt werden. Schlafen im Auto. Und das alles nicht wirklich regelmässig. Trotzdem hat unser grosses Mäusemädchen alles prima gemeistert. Schlafen im Reisebettchen war gar kein Problem. Autofahren ist mit ihr auch nicht mehr schlimm. Auf der Rückfahrt nach Travemünde haben wir acht Stunden im Auto sitzen müssen – und Anniina hat entweder mit ihrem Spielzeug gespielt oder ist ohne Geningel eingeschlafen. (Pausen haben wir natürlich auch gemacht.)
Aber unser grosses Mäusemädchen ist auch schlau. Haben Mama und Papa es eine Nacht um zwei aus dem Bettchen genommen, weil es steinerweichend geweint hat, dann versucht es das gleiche in der nächsten Nacht nochmal. Und wieder. Und wieder. Bis Mama und Papa den Trick durchschaut hatten und das Kind auch mal weinen liessen. (Dann hätte am liebsten Mama laut und steinerweichend mitgeweint.) Seitdem schläft es die Nächte durch. Ohne zu weinen. Höchstens wacht es mal kurz auf, meckert ein bisschen vor sich hin und ist auch schon wieder eingeschlafen. Ein paar Wochen lang hätte man den Wecker nach ihr stellen können: punkt um fünf war die Nacht vorbei. Jetzt nicht mehr. Jetzt wacht sie zwischen vier und fünf kurz auf, wirft sich ein bisschen im Bettchen hin und her und schläft bis um sechs. :-)
Auch tagsüber ist es endlich besser geworden mit dem Schlafen. Anniina hält ein Vormittagsschläfchen und ein Nachmittagsschläfchen, und zwar neuerdings im eigenen Bett und nicht mehr im Kinderwagen. Das gab ein bisschen Protest, geht aber mittlerweile recht gut. Leider wacht sie oft noch unausgeschlafen und schlecht gelaunt nach einer halben Stunde wieder auf und ist durch nichts zum Weiterschlafen zu bewegen. Zwei Mal hat sie es in den letzten Tagen aber auch tagsüber schon geschafft, von allein nochmal einzuschlafen, bis sie wirklich ausgeschlafen ist.
Das wird schon alles werden. Irgendwann braucht sie ja auch weniger Schlaf. :-)
Ansonsten: Anniina kann fast sitzen. Wir haben ihr endlich den Gefallen getan und den Kinderwagen umgebaut. Nun können wir wieder ein glückliches Kind durch die Gegend schieben, und die Schlepperei im Tragetuch entfällt.

Ausserdem sitzt sie jetzt zum Essen mit uns am Tisch in ihrem Hochstühlchen, das gefällt ihr besser als im festen Griff auf Mamas Schoss. Am Anfang gab es viel Geklecker, weil sie selbst nach dem Löffel greifen wollte, und weil man sich auch schon mal den Brei wieder aus dem Mund holen und auf der Tischplatte verreiben muss. Aber nach zwei Tagen, in denen Mama beharrlich versucht hat, dem Kind zu erklären, was die Grundlagen guter Tischmanieren sind, isst sie jetzt fast wie ein grosses Mädchen. :-) Von Gemüse-, Fleisch- und Obstbreien immer noch nicht mehr als jeweils ein halbes Gläschen, dafür findet sie die in Finnland so beliebten puuros (Getreidebreie) richtig toll und schlägt sich morgens und abends den Bauch damit voll. Ist eben doch eine richtige Finnin! ;-) Dazu trinkt sie Tee aus der Tasse (zwei Minischlückchen pro Mahlzeit), aus der richtigen Tasse, denn der Schnabel der Schnabeltasse hat sie wohl zu sehr an das unerfreuliche Genuckel an der Milchflasche erinnert. Früh, mittags und abends bekommt sie auch noch Milch von mir, aber Mama muss sich wohl schweren Herzens allmählich daran gewöhnen, dass sie nicht mehr lange gebraucht werden wird und das Kind lieber puuro möchte als Milch :´-(
Und sie kann fast robben. Sie dreht sich auf dem Bauch in alle Richtungen, verteilt ihr Spielzeug rund um ihre Krabbeldecke und holt es sich wieder. Nur, wenn etwas wirklich ausserhalb ihrer Reichweite ist, dann ist der Frust gross. So sehr sie ihre kleinen Knie auch in den Boden stemmt, vorwärts kommt sie noch nicht. Aber das wird schon noch, kleine Maus!
Und sie plappert und plappert den lieben langen Tag. Am liebsten sagt sie „ma-ma-ma-ma-ma“ und „pa-pa-pa-pa-pa“. Irgendwo habe ich gelesen, dass das immer die ersten Silben sind, die Babys sagen, und dass Mutter und Vater deshalb in den meisten Sprachen Mama und Papa heissen. Und warum ist das nun in Finnland ganz und gar anders? Ist es ja gar nicht! Ausser „ma-ma-ma“ und „pa-pa-pa-pa“ plappert Anniina auch gern „äiti-äiti-äiti“. :-)
Ich bin schon so gespannt darauf, wie es sein wird, wenn sie dann richtig anfängt zu sprechen. Und wann sie endlich anfängt mit krabbeln. Und wann sie den ersten Zahn kriegt. Wir sind so froh, kleines Mäusekind, dich bei uns zu haben! :-)))

“Umzüge nach Europa”.
Ah ja! *grins*
(Das erinnert mich so sehr an unsere eigenen Umzugsvorbereitungen: erst gross Werbung machen von wegen „Umzüge weltweit“ und dann so-klein-mit-Hut zugeben müssen: „Nö, also nach FINNLAND fahren wir nicht.“)
Ich hätte natürlich auch bis 2017 jeden Monat 105 € zurückzahlen können. Aber so muss ich 5000 € weniger zurückzahlen. Und ausserdem will ich mit diesem Verein nie mehr was zu tun haben. Gauner! Halsabschneider!
Kunde: „Hallo, wir interessieren uns für diese Waschmaschine hier, und wir hätten da noch ein paar Fragen… Was heisst denn zum Beispiel das hier?“
Verkäufer: „Ähm, weiss ich nicht…“
Kundin öffnet die Waschtrommel, angelt nach der Bedienungsanleitung und fängt an zu blättern. Verkäufer blättert mit, wird fündig, verkündet stolz: „Ja, also das heisst Vorwäsche, Wäsche, extra spülen…“
Kunde: „Ach so, also ein spezielles Programm…“
Verkäufer: „Hm.“
Kunde (der sich natürlich vorher im Internet kundig gemacht hat): „Ja, also, uns würde die hier schon ganz gut gefallen. Aber haben Sie vielleicht was Anderes Ähnliches da?“
Verkäufer: „Nö. Nichts Vergleichbares.“
Also bitte! Wir sprechen hier von einer WASCHMASCHINE, und bitte, worauf achten Kunden zuerst bei einer Waschmaschine? Auf die Schleuderdrehzahl. Auf die Füllmenge. Auf die Verbrauchswerte. Uns waren noch ein Timer und eine Anzeige für die Restzeit wichtig. Bitte, das hätte man ja mal fragen können! Und ich bin mir sicher, es hätte da noch was Anderes gegeben. Auf das dämliche werbewirksame „Kids-Programm“ kann ich nämlich auch gern verzichten. Aber gut, dann eben nicht…
Kunde: „Na gut. Wir beraten uns dann mal.“
Verkäufer: „Gut. Ich geh’ dann mal nochmal.“
Kunde und Kundin beraten sich, kommen zu dem Schluss, nicht mehr lange suchen zu wollen, sich auf die Testberichte zu verlassen und sich schweren Herzens doch von ihrer nicht mehr zuverlässig arbeitenden Italienerin zu verabschieden.
Kundin holt den Verkäufer zurück. Der scheint sich inzwischen auf seine Pflichten als Verkäufer besonnen zu haben, denn als Kunde und Kundin ihm verkünden, sich jetzt entschieden zu haben und genau diese Waschmaschine kaufen zu wollen, fällt ihm auf einmal ein: „Also wenn ihr wirklich gute Qualität haben wollt, dann würde ich an eurer Stelle die Miele hier kaufen.“
Kunde: „Nee, keine Miele. Die ist uns zu teuer und zu hässlich.“
Verkäufer: „Naja, aber die neuen Modelle sehen doch schon viel besser aus. Und sie halten wirklich lange. Und es ist gute deutsche Qualität.“
Kunde: „Nee, wollen wir aber nicht. Und Bosch ist auch eine deutsche Firma und kommt in den Tests immer gleich nach Miele.“
Verkäufer guckt erstaunt (wahrscheinlich ist ihm noch nie ein Finne untergekommen, der sich vorher mal informiert hätte, Finnen sind da ja eher unkritisch): „Ja, aber wer weiss, ob die überhaupt noch in Deutschland bauen lassen…“
Kunde (mit dem Wissen unseres Lieblingshausgeräteelektrikers auftrumpfend): „Na und? UPO lässt neuerdings auch in Italien bauen…!“
Verkäufer (zerknirscht): „Na, das ist wahr. Na gut, machen wir den Kaufvertrag…“
Kunde und Kundin verlassen mit einem etwas unguten Gefühl den Laden. Fast hätte man ja den Eindruck haben können, er wolle uns die gewünschte Waschmaschine unter keinen Umständen verkaufen. Seltsamer Vogel. Vielleicht war er eigentlich der Kühlschrankverkäufer. Oder Samstagabend kurz vor Ladenschluss einfach nicht mehr gut drauf. Oder eben ein ganz normaler wortkarger finnischer Mann, der leider in dem für ihn ungeeigneten Job als Verkäufer arbeiten muss. Hm.
Aber ich freu’mich, wenn ich endlich wieder ordentlich waschen kann. Nur noch zwei Wochen.

Am Golfplatz Harjattula auf Kakskerta
Golfplätze gibt es in Finnland übrigens reichlich. Keine Ahnung, was die Finnen daran finden, noch dazu, wo die Saison reichlich kurz ist. Vielleicht haben sie einfach genug Platz, um Golfplätze anzulegen. ;-)
Wir haben gestern das tolle Herbstwetter genutzt und sind mit dem Bus nach Kakskerta gefahren. Das dauert eine Stunde und kostete den Ähämann 1,80 € und Anniina und mich gar nichts, weil nämlich bis dahin eine Stadtbuslinie fährt. Eine, die noch dazu eine Haltestelle in nur 20 Gehminuten Entfernung von unserer Wohnung hat, so dass wir noch nicht mal umsteigen mussten.

Wir sind ein bisschen rund um den Golfplatz spaziert, haben unsere mitgebrachten Brote am Meer gegessen (aber eigentlich war es dafür doch schon zu kalt, trotz Sonne, und ich habe auch die Mützen- und Handschuhsaison eröffnet) und sind zwei Stunden später mit dem nächsten Bus und dem gleichen netten Busfahrer wieder zurückgefahren.

Hinterher waren wir noch auf ausdrücklichen Wunsch einer Bekannten zum Flohmarkt und Kaffeetrinken bei der Deutschen Gemeinde Turku. Ich denke, die Leute da sind bestimmt alle nett, aber uns hat es einfach viel zu sehr an das Deutschland erinnert, das wir gern und nicht ohne Grund verlassen haben, und ausserdem ist es mir immer ein bisschen suspekt, wenn sich die Deutschen im Ausland zu eigenen Gruppen zusammenschliessen müssen. Wir haben uns dann schnell wieder verdrückt und sind, weil es gerade die richtige Zeit war, noch ins Domcafé zu unseren Leuten von der internationalen Gemeinde gegangen. Müssen wir uns grosse Sorgen machen, wenn wir uns da einfach wohler fühlen als unter unseren „Landsleuten“?!
…Zeit für Kerzen und Wollsocken und die dicke Strickjacke aus Tallinn.
Zeit, seinem Kind ein warmes Nest zu bauen:

:-)
Und soll ich euch was sagen?! Ich finde sogar die Dunkelheit wieder toll! :-)
Geht doch! Das war ja kein Zustand mit den (kommunalen) Zahnärzten in Turku…! Zwar beträgt die Wartezeit für einen check-up immer noch um die neun Monate, aber wenn man das weiss, kann man sich ja rechtzeitig auf die Warteliste setzen lassen. Ich war am Freitag meine Zähne kontrollieren lassen – alles in Ordnung bis auf zwei Löcher, die man nur auf den Röntgenbildern sehen kann. (Wer weiss, wie lange ich die schon habe, denn geröntgt hat mich noch nie ein Zahnarzt…) Die Zahnärztin im terveyskeskus zeigte sie mir und sagte gleich bedauernd, sie hätte erst IM JANUAR (!) wieder freie Termine, ABER die Stadt Turku hätte neuerdings ein Abkommen mit einigen privaten Zahnärzten. Sie werde mir in den nächsten Tagen die Röntgenbilder und eine Überweisung samt einer Liste von Zahnärzten, zu denen ich gehen könnte, zuschicken, und dort könne ich dann einfach hingehen zu den gleichen Bedingungen wie im terveyskeskus.
Na bitte! Sag ich doch, dass sowas in Finnland ganz unbürokratisch möglich ist, wenn wirklich Not am Mann ist! :-)
Deutschland war viel schöner diesmal als erwartet. Wir haben nicht einen einzigen muffeligen Menschen getroffen – wahrscheinlich ist das so, wenn man mit Baby reist. Alle haben uns angelacht und mit Anniina geredet und sich gefreut. Es war so schön, Freunde zu treffen (darunter zwei, die ich schon um die zehn Jahre nicht mehr gesehen hatte), in Jena zu sein, wo wir uns immer noch zu Hause fühlen, und zu sehen, wie glücklich meine Eltern waren, mit Anniina spielen zu können. Fast hatte ich ein bisschen Angst, gar nicht wieder zurück nach Finnland zu wollen – aber als wir heute früh in Helsinki ankamen, hatte ich das wunderbare Gefühl heimzukommen.
Anniina schläft in ihrem weissen Gitterbettchen (an dem der Ähämann vorhin ganz, ganz schnell den Boden nach unten versetzen musste, weil sie sich daran in ihrem Reisebettchen so gewöhnt hat und weil sie im Urlaub angefangen hat, sich an allem hochzuziehen), und der Ähämann sitzt in der Sauna. Schön, zu Hause zu sein! :-)

