“Das finnische Turku hat sich selbst zur Weihnachtsstadt erklärt. Vor dem Dom steht ein großer geschmückter Baum, und eine Ausstellung zeigt, wie man früher feierte. [...]“

Und der deutsche ZEIT-Reporter findet das natürlich enttäuschend und lächerlich. Kein Wunder – wer unter Weihnachten und Adventszeit „über und über geschmückte Städte“ (Möglichst recht amerikanisch, was?!), „gut gelauntes Gedrängel“ (Gedrängel ist nie gut gelaunt! Mein schlimmstes Adventserlebnis war der Gleich-nach-der-Wende-für-den-Ossi-obligatorische Besuch auf dem Nürnberger Christkindelsmarkt. Nie, nie wieder ist mir die Weihnachtsstimmung so total vergangen wie dort.), und „jede Menge Glühwein“ versteht, der ist in Turku natürlich vollkommen fehl am Platz. Vollkommen!

Für mich ist Turku genau richtig. Ich mag den Weihnachtsbaum vor dem Dom und den kleinen Weihnachtsmarkt, und noch nirgends war Weihnachten so friedlich und feierlich wie hier.
Trotzdem weiss ich, dass mich übermorgen wieder das Heimweh nach dem Erzgebirge packen wird. Nach den grossen Pyramiden auf den Marktplätzen, nach Schwibbögen in allen Fenstern, nach den kleinen Heimatmuseen mit Buckelbergwerken und Weihnachtsbergen.
Aber das wär’ für den Reporter von der ZEIT wahrscheinlich genauso nichts.